EU-interne Beschaffung · Ausschließlich für die Forschung · Rechtslage

Verbindungsleitfaden

MOTS-C: Das mitochondriale Peptid und was die Forschung dazu weiß

Eine quellenbasierte Beschreibung von MOTS-C: warum ein 16 Aminosäuren langes Peptid aus dem mitochondrialen Genom das Forschungsinteresse für metabolische Regulation geweckt hat, was die Originalarbeit von Lee et al. 2015 tatsächlich zeigte, und wo die Evidenzlage beim Menschen steht. Ausschließlich für die Forschung.

Was MOTS-C ist

MOTS-C (Mitochondrial Open Reading Frame of the 12S rRNA-c) ist ein kurzes Peptid aus 16 Aminosäuren, das in einer Besonderheit zu anderen Forschungspeptiden steht: es ist nicht kerngenomisch kodiert, sondern wird vom mitochondrialen Genom kodiert. Genauer gesagt ist MOTS-C im 12S rRNA-Bereich der mitochondrialen DNA lokalisiert und wird in der Mitochondrienmatrix translatiert.

Die Erstbeschreibung als biologisch aktives Peptid stammt von Lee et al. (Cell Metabolism, 2015). In dieser Arbeit wurde MOTS-C im humanen Serum nachgewiesen, und murine Modelle zeigten, dass exogen verabreichtes MOTS-C Insulinresistenz in fettreichen Fütterungsmodellen reduzierte. Diese Studie ist der Ausgangspunkt für praktisch die gesamte nachfolgende Literatur.

Was die Forschung untersucht hat

Die Mehrzahl der MOTS-C-Studien ist tierexperimentell oder zellbiologisch. Die wichtigsten Befundlinien aus der publizierten Literatur:

  • Glukosehomöostase in Mausmodellen. Lee et al. (2015) zeigten, dass MOTS-C die Aufnahme von Glukose in Skelettmuskelzellen in vitro erhöht und in C57BL/6-Mäusen unter hochfetter Fütterung Insulinsensitivität verbesserte. Der vorgeschlagene Mechanismus involviert den AMPK-Signalweg.
  • Körperzusammensetzung in Nagerstudien. In Folgestudien wurde MOTS-C exogen bei Mäusen injiziert, die eine hochkalorische Diät erhielten, und es wurden geringere Gewichtszunahmen berichtet (Reynolds et al., Nat Commun, 2021). Diese Daten sind präklinisch.
  • Zusammenhang mit dem Alter. Mehrere Studien berichten, dass MOTS-C-Serumspiegel mit dem Alter abnehmen. Das hat spekulatives Interesse für Alterungsforschung geweckt, aber kausale Schlüsse sind aus Querschnittsdaten nicht möglich.
  • Entzündungsmodelle. In vitro und in Tiermodellen wurde MOTS-C mit verringerten proinflammatorischen Markern assoziiert, über Wege, die das NF-kB-Signaling involvieren sollen.

Humane klinische Studien zu MOTS-C existieren per 2026 kaum. Die Verbindung hat keine Arzneimittelzulassung für eine klinische Anwendung.

Evidenzlage beim Menschen

Der Nachweis von MOTS-C im menschlichen Serum (Lee et al., 2015) belegt, dass die Verbindung im menschlichen Körper vorkommt. Das bedeutet nicht, dass exogen zugeführtes MOTS-C beim Menschen dieselben Effekte erzeugt, die in Mausmodellen beobachtet wurden. Diese Übertragbarkeit ist bei Peptiden eine bekannte methodische Herausforderung: Absorption, Metabolisierung, Rezeptorverteilung und Dosierung unterscheiden sich zwischen Spezies erheblich.

Bisher gibt es keine publizierten großen randomisierten kontrollierten Studien mit MOTS-C beim Menschen, die Sicherheit oder Wirksamkeit für irgendeine Indikation belegen würden.

Rechtslage in Deutschland

MOTS-C steht nicht auf deutschen Betäubungsmittellisten. Es ist kein zugelassenes Arzneimittel in Deutschland oder der EU. Es erscheint nach aktuellem Stand (Juli 2026) nicht auf der WADA-Verbotsliste, obwohl GH-relevanzte Peptide und nicht explizit gelistete neue Verbindungen im WADA-Code S0-Abschnitt (nicht zugelassene Substanzen) potenziell erfasst werden könnten.

Für Forschungsreferenzmaterialien im ausschließlichen Laboreinsatz gelten andere Regulierungsrahmen als für Arzneimittel. Wir beziehen ausschließlich aus EU-interner Quelle. Unsere Rechtslage-Seite beschreibt den deutschen AMG-Rahmen für Forschungsverbindungen.

MOTS-C in unserem Sortiment

MOTS-C Forschungspeptid Fläschchen 10mgMS-10

MOTS-C, 10mg

Lyophilisiertes Fläschchen für den Laboreinsatz, EU-interne Quelle.

€29,99 Kontaktiere uns zur Bestellung
MOTS-C Forschungspeptid Fläschchen 20mgMS-20

MOTS-C, 20mg

Lyophilisiertes Fläschchen für den Laboreinsatz, EU-interne Quelle.

€44,99 Kontaktiere uns zur Bestellung
MOTS-C Forschungspeptid Fläschchen 40mgMS-40

MOTS-C, 40mg

Lyophilisiertes Fläschchen für den Laboreinsatz, EU-interne Quelle.

€89,99 Kontaktiere uns zur Bestellung

Ausschließlich für den Einsatz in der Laborforschung. Vollständige Bedingungen in unseren AGB.

Häufig gestellte Fragen

Was macht MOTS-C so ungewöhnlich gegenüber anderen Forschungspeptiden?

MOTS-C wird nicht vom Zellkern-Genom kodiert, sondern von der mitochondrialen DNA (12S rRNA-Region). Das ist unter bekannten Forschungspeptiden einzigartig. Die biologische Funktion einer mitochondrial kodierten Signalverbindung wirft Forschungsfragen zur Kommunikation zwischen Mitochondrien und dem Rest des Organismus auf.

Was zeigte die Lee et al. 2015 Studie konkret?

Lee et al. (Cell Metabolism, 2015) identifizierten MOTS-C als biologisch aktives Peptid im humanen Serum, zeigten, dass die Serumspiegel mit dem Alter abnehmen, und berichteten in murinen Modellen, dass exogenes MOTS-C Insulinsensitivität unter hochfetter Fütterung verbesserte, mit AMPK-Signaling als vorgeschlagenem Mechanismus. Dies ist präklinische Grundlagenforschung.

Ist MOTS-C beim Menschen klinisch untersucht?

Nur sehr begrenzt. MOTS-C wurde im menschlichen Serum nachgewiesen und Spiegel mit Alter und Diabetes assoziiert. Kontrollierte klinische Studien mit exogenem MOTS-C beim Menschen existieren per 2026 kaum in publizierter Form. Die gesamte funktionelle Evidenz kommt aus Tier- und Zellmodellen.

Hat MOTS-C eine Arzneimittelzulassung?

Nein. MOTS-C ist kein zugelassenes Arzneimittel in Deutschland, der EU oder weltweit. Es ist ausschließlich als Forschungsreferenzmaterial erhältlich.