Verbindungsleitfaden
PE-22-28: Was das BDNF-abgeleitete Spadin-Fragment ist und was die Forschung zeigt
Eine sachliche Beschreibung von PE-22-28: was dieses kurze Fragment von Spadin ist, welche Verbindung zu TREK-1-Kanälen besteht, und was die präklinische Forschungsliteratur tatsächlich gezeigt hat. Ausschließlich für die Forschung.
PE-22-28 wird auf dieser Website ausschließlich als Forschungsreferenzmaterial für In-vitro- und Laborzwecke angeboten. Es ist kein zugelassenes Arzneimittel und wurde vom BfArM für keine klinische oder therapeutische Anwendung genehmigt. Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder ihnen vorzubeugen.
Was PE-22-28 ist
PE-22-28 ist ein 7-Aminosäuren-Fragment (Positionen 22-28) von Spadin, einem natürlichen Antagonisten des TREK-1-Kaliumkanals. Spadin ist seinerseits ein 17-Aminosäuren-Peptid, das als prosequence von NTSR3 (Neurotensin-Rezeptor 3, auch als Sortilin bekannt) abgespalten wird.
TREK-1 (TWIK-Related K+ Channel 1) ist ein Zwei-Poren-Domänen-Kaliumkanal (K2P-Kanal), der eine Rolle in der neuronalen Erregbarkeit spielt und mit Depression und anderen neurologischen Zuständen in Verbindung gebracht wird. TREK-1-Inhibition ist ein Ansatz in der Depressionsforschung.
PE-22-28 ist als kleineres Fragment von Spadin für bestimmte Forschungsanwendungen entwickelt worden, bei denen die kürzere Peptidsequenz methodische Vorteile bietet.
Was die Forschung untersucht hat
Die Forschungsliteratur zu PE-22-28 und Spadin ist spezifisch und relativ begrenzt:
- TREK-1-Kanal-Forschung. TREK-1 ist ein mechanosensitiver und temperatursensitiver K2P-Kanal. Knockout-Mäuse ohne TREK-1 zeigen in bestimmten Modellen depressionsresistentes Verhalten, was TREK-1 als Forschungsziel in der Depressionsgrundlagenforschung positioniert hat.
- Spadin als natürlicher TREK-1-Inhibitor. Spadin wurde als endogenes Peptid identifiziert, das TREK-1 inhibiert. Die Originalstudien zu Spadin und seinen Fragmenten stammen aus der Gruppe von Catherine Heurteaux am CNRS Sophia Antipolis.
- PE-22-28 in präklinischen Depressionsmodellen. Einige präklinische Studien untersuchten PE-22-28 in Mausmodellen und beschrieben Effekte in Verhaltensparadigmen, die als Surrogate für antidepressive Wirksamkeit verwendet werden. Diese Daten sind präklinisch.
- BDNF-Signalweg-Verbindung. Einige Studien untersuchten Verbindungen zwischen TREK-1-Inhibition, BDNF-Hochregulation und dem TrkB-Signalweg. Diese potenzielle Verbindung macht PE-22-28 interessant für die neurobiologische Grundlagenforschung.
Rechtslage in Deutschland
PE-22-28 ist in Deutschland kein zugelassenes Arzneimittel. Als Forschungsreferenzmaterial für den Laboreinsatz gilt ein anderer regulatorischer Rahmen als für Arzneimittel nach AMG. Die konkrete rechtliche Einordnung sollte mit einem auf Arzneimittelrecht spezialisierten Anwalt besprochen werden. Unsere Rechtslage-Seite gibt einen Überblick.
PE-22-28 in unserem Sortiment
PE10PE-22-28, 10mg
Lyophilisiertes Fläschchen für den Laboreinsatz, EU-interne Quelle.
€32,99 Kontaktiere uns zur BestellungAusschließlich für den Laboreinsatz. Nicht für den menschlichen oder tierärztlichen Gebrauch. Bedingungen in unseren AGB.
Häufig gestellte Fragen
Was ist TREK-1?
TREK-1 ist ein Zwei-Poren-Domänen-Kaliumkanal (K2P), der durch mechanischen Stress, Temperatur, Lipide und verschiedene Neurotransmitter reguliert wird. Er ist im Gehirn exprimiert und hat Einfluss auf neuronale Erregbarkeit.
Was ist Spadin?
Spadin ist ein 17-Aminosäuren-Peptid, das als prosequence von NTSR3 (Sortilin) sezerniert wird. Es wirkt als natürlicher endogener TREK-1-Inhibitor. PE-22-28 ist ein 7-Aminosäuren-Fragment von Spadin.
Wie wird PE-22-28 als Forschungsreferenzmaterial geliefert?
Als lyophilisiertes Peptid in Borosilikatglas-Fläschchen, EU-intern bezogen, für den Laboreinsatz.
Laborkontext: Wie PE-22-28 in der Grundlagenforschung eingesetzt wird
PE-22-28 ist ein Forschungsreferenzmaterial für den Laboreinsatz. Der Laborkontext unterscheidet sich grundlegend von klinischen oder therapeutischen Anwendungen. Im Labor werden kontrollierte In-vitro-Experimente durchgeführt, bei denen die Verbindung in definierten Konzentrationen auf Zellkulturen oder andere Modellsysteme angewendet wird. Ergebnisse aus solchen Laborexperimenten sind nicht direkt auf den menschlichen Organismus übertragbar.
Für Forschungslabors ist die chemische Reinheit und Identität des Referenzmaterials wichtig. Kalibrona bezieht PE-22-28 aus EU-internen Quellen. Die Dokumentation für verfügbare Chargen ist auf der Dokumentationsseite beschrieben. Wo Chargendokumentation vorhanden ist, wird sie der Charge zugeordnet, nicht der Produktlinie als Ganzes.
Die korrekte Lagerung von Forschungspeptiden ist für die Aufrechterhaltung ihrer chemischen Integrität wichtig. Lyophilisierte Peptide sollten generell bei niedrigen Temperaturen trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Nach Rekonstitution sind die Stabilitätszeiten deutlich kürzer. Spezifische Lagerungsempfehlungen für PE-22-28 liegen beim Forscher und hängen von den jeweiligen Laborbedingungen ab.
Laborprotokolle für die Verwendung von Peptid-Forschungsreferenzmaterialien variieren je nach Forschungsfrage. Übliche Anwendungen umfassen Bindungsaffinitätsstudien an transient transfizierten Zelllinien, Zellkulturexperimente zur Untersuchung von Signaltransduktionswegen, Enzymhemmstudien und biochemische Charakterisierungsexperimente. Die Auswahl des geeigneten Modellsystems und Protokolls liegt in der Verantwortung des Forschers.
Forschungsreferenzmaterialien wie PE-22-28 sind keine klinischen Prüfsubstanzen und wurden keiner regulatorischen Prüfung durch EMA oder BfArM für therapeutische Anwendungen unterzogen. Klinische Studien verwenden GMP-produzierte Prüfsubstanzen, die streng kontrollierten Qualitätsstandards entsprechen. Der Unterschied zwischen einem Forschungsreferenzmaterial und einem GMP-Prüfpräparat ist für Forscher, die Ergebnisse interpretieren, wichtig zu verstehen.
Die Grundlagenforschung mit PE-22-28 steht in einem breiteren wissenschaftlichen Kontext. Laborergebnisse werden typischerweise in Peer-Review-Zeitschriften publiziert, wo sie von anderen Forschern kritisch bewertet werden können. Die Reproduzierbarkeit von Laborexperimenten mit Peptid-Verbindungen ist ein allgemeines wissenschaftliches Problem, das von Faktoren wie Peptid-Qualität, Lagerungsbedingungen, Zellmodell-Authentizität und Protokolldetails abhängt.
Synthetische Peptide als Forschungsreferenzmaterialien ermöglichen es Labors, mechanistische Fragen zu untersuchen. Synthetische Peptide haben definierte chemische Identität, was eine wichtige Voraussetzung für reproduzierbare Forschung ist. Für PE-22-28 bedeutet das, dass Forscher mit einer definierten Verbindung arbeiten, nicht mit einem biologisch isolierten Extrakt variabler Zusammensetzung.
Die Handhabung sollte nach den Laborstandards für Verbindungen mit potenzieller biologischer Aktivität erfolgen. PE-22-28 ist nicht für die Injektion beim Menschen bestimmt und entspricht nicht den Qualitätsstandards für injektierbare pharmazeutische Produkte.
Kalibrona beschafft alle Forschungsreferenzmaterialien aus EU-internen Quellen und importiert keine Produkte aus Drittstaaten. Dies ist für die Rückverfolgbarkeit und Qualitätsdokumentation von Bedeutung. EU-interne Bezugsquellen unterliegen EU-regulatorischen Anforderungen, was für Forscher, die Compliance-Anforderungen beachten müssen, relevant ist.
Verwandte Verbindungen im Kalibrona-Sortiment
Für Forschungsprotokolle, die mehrere verwandte Verbindungen vergleichen wollen, bietet Kalibrona ein breites Sortiment an Forschungsreferenzmaterialien an. Das Vollsortiment ist auf unserer Shopseite verfügbar. Für spezifische Kombinationsanfragen steht unser Kontaktformular zur Verfügung.
Die Grundlagenforschung mit einer einzigen Verbindung gibt oft unvollständige Informationen. Vergleichsexperimente mit verwandten Verbindungen, Negativkontrollen und bekannten Referenzagonisten oder -antagonisten sind methodisch wichtig für die korrekte Interpretation von Laborergebnissen. Unser Sortiment ist so aufgebaut, dass es Forscher mit einem breiten Spektrum an Peptid-Verbindungen für genau solche Vergleichsexperimente ausstatten kann.
Kalibrona verfolgt einen transparenten Ansatz: Wir beschreiben, was über eine Verbindung bekannt ist, ohne Behauptungen aufzustellen, die wir nicht belegen können. Für PE-22-28 bedeutet das, dass wir die publizierte Forschungsliteratur sachlich zusammenfassen und klar unterscheiden, was im Labormodell gezeigt wurde und was über diese Befunde hinausgeht. Diese Unterscheidung ist für den seriösen Umgang mit Forschungsreferenzmaterialien grundlegend.
Wenn mehrere Verbindungen für ein Forschungsprojekt beschafft werden sollen, empfehlen wir, die gesamte Bestellung zusammenzufassen. Alle Produkte werden mit derselben Sorgfalt bei Verpackung, Kühlung während des Transports und Dokumentation behandelt. Genauere Informationen zu Versand und Lagerungsbedingungen während des Transports finden sich auf unserer Versandseite.
Lagerung, Handling und Stabilitätshinweise für PE-22-28
Die korrekte Lagerung lyophilisierter Forschungspeptide ist entscheidend für die Aufrechterhaltung ihrer chemischen Integrität über Zeit. Lyophilisierung (Gefriertrocknung) entfernt Wasser aus der Probe und hinterlässt eine trockene, stabile Matrix, die bei geeigneten Bedingungen deutlich länger haltbar ist als eine wässrige Lösung. Für die Lagerung gilt allgemein: trocken, lichtgeschützt und bei niedriger Temperatur.
Für PE-22-28 als Forschungsreferenzmaterial empfiehlt sich die Lagerung bei -20°C im trockenen Zustand. Bei dieser Temperatur bleibt die lyophilisierte Substanz für Forschungszwecke über einen längeren Zeitraum stabil. Öffnen des Fläschchens in einer feuchten Atmosphäre sollte vermieden werden, da Feuchtigkeit die Rehydratisierung der lyophilisierten Matrix einleiten kann. Ein Auftauen des Fläschchens vor dem Öffnen auf Raumtemperatur in geschlossenem Zustand verhindert Kondensation im Innern.
Nach Rekonstitution in einem geeigneten Lösungsmittel (bakteriostatisches Wasser, steriles Wasser oder 0,6% Essigsäure je nach Peptideigenschaften) sollte die Lösung bei 4°C gelagert und zeitnah verwendet werden. Wiederholtes Einfrieren und Auftauen der rekonstituierten Lösung verschlechtert die Qualität durch mechanischen Stress auf die Peptidstruktur und sollte vermieden werden. Wenn nötig, können Aliquots der rekonstituierten Lösung eingefroren werden, die dann einzeln aufgetaut werden.
Die Lagerungsstabilität von PE-22-28 hängt von seiner spezifischen Aminosäuresequenz und etwaigen Modifikationen ab. Peptide mit empfindlichen Aminosäuren wie Methionin (anfällig für Oxidation), Cystein (Disulfidbildung), Asparagin (Deamidierung) oder Tryptophan (Lichtdegradation) erfordern besondere Schutzmaßnahmen. Für peptidspezifische Stabilitätsinformationen sollten Forscher die Fachliteratur oder technische Datenblätter des Herstellers konsultieren.
Schutzgas-Atmosphäre im Fläschchen (Stickstoff oder Argon) verhindert die Oxidation sauerstoffempfindlicher Aminosäuren. Kalibrona-Fläschchen werden unter entsprechenden Bedingungen versiegelt, um die Qualität während des Transports zu erhalten. Nach dem ersten Öffnen ist diese Schutzatmosphäre nicht mehr vorhanden, weshalb eine zügige Verwendung oder sorgfältige Wieder-Versiegelung empfehlenswert ist.
Bei der Handhabung von PE-22-28 im Labor sollten die üblichen Schutzmaßnahmen für Verbindungen mit unbekannter biologischer Aktivität eingehalten werden. Schutzhandschuhe, Laborkittel und wenn nötig Augen- und Atemschutz sind Standard. Da es sich um ein Forschungsreferenzmaterial und kein zugelassenes Arzneimittel handelt, liegen Sicherheitsdatenblätter im pharmazeutischen Sinne nicht vor. Forscher handeln nach eigenem Ermessen und institutionellen Sicherheitsrichtlinien.
Entsorgung von Resten von PE-22-28 sollte nach den institutionellen Richtlinien für chemische Abfälle erfolgen. In der EU gelten die Vorschriften der Richtlinie 2008/98/EG über Abfälle. Spezifische Entsorgungsanweisungen sollten mit dem institutsinternen Chemikalienbeauftragten abgestimmt werden.
EU-interne Beschaffung: Was das bedeutet
Kalibrona bezieht alle Forschungsreferenzmaterialien aus EU-internen Quellen. Das bedeutet, dass PE-22-28 und alle anderen Verbindungen aus Lieferketten stammen, die vollständig innerhalb der Europäischen Union liegen. Es werden keine Produkte aus Drittstaaten importiert.
Für Forschungslabors in Deutschland und der EU hat diese Beschaffungspolitik praktische Implikationen. EU-interne Lieferketten unterliegen EU-regulatorischen Rahmenbedingungen. Zollprozesse für Importe aus Drittstaaten entfallen, was Lieferzeiten und potenzielle Verzögerungen durch Zollprüfungen reduziert. Die Rückverfolgbarkeit innerhalb der EU ist durch EU-regulatorische Anforderungen unterstützt.
Die konkrete rechtliche Einordnung von Forschungsreferenzmaterialien wie PE-22-28 ist nicht trivial und hängt von der spezifischen Verbindung, dem Verwendungszweck und dem regulatorischen Kontext ab. Unsere Rechtslage-Seite gibt einen Überblick über die für Deutschland relevanten regulatorischen Rahmenbedingungen. Für spezifische rechtliche Fragen empfehlen wir die Konsultation eines auf Arzneimittelrecht spezialisierten Rechtsanwalts.